{"id":1188,"date":"2022-10-19T09:46:29","date_gmt":"2022-10-19T12:46:29","guid":{"rendered":"https:\/\/theblueboatinitiative.org\/?p=1188"},"modified":"2022-10-19T09:46:29","modified_gmt":"2022-10-19T12:46:29","slug":"welt-bojen-sollen-wale-vor-kakophonie-unter-wasser-schutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fundacionmeri.cl\/theblueboatinitiative\/welt-bojen-sollen-wale-vor-kakophonie-unter-wasser-schutzen\/","title":{"rendered":"[WELT] Bojen sollen Wale vor Kakophonie unter Wasser sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Schiffe, Bagger, Sprengungen: Auch unter Wasser wird es immer lauter. Der L\u00e4rm im Meer bringt die riesigen Meeress\u00e4uger in Gefahr, die sich untereinander mit ihren Ges\u00e4ngen verst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>In den Tiefen der Meere herrscht ziemlicher Krach. Schiffsmotoren, Milit\u00e4rsonar oder Bauarbeiten an Windparks zerrei\u00dfen immer wieder die Stille unter Wasser. F\u00fcr viele Meeresbewohner und vor allem f\u00fcr Wale ist der L\u00e4rm gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Mittels Ger\u00e4uschen orientieren sie sich, suchen nach Nahrung und kommunizieren mit Artgenossen. Wird es in ihrem Lebensraum zu laut, k\u00f6nnen sie die Orientierung verlieren. Vor der K\u00fcste von Chile sollen die Wale nun mit einem System aus Bojen vor der L\u00e4rmbelastung gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>\u00abDer L\u00e4rm f\u00fchrt zu Kommunikationsproblemen zwischen den Walen, was bedeutet, dass sie sich f\u00fcr die Fortpflanzung nicht finden k\u00f6nnen, und er behindert auch die Nahrungssuche, was sich direkt auf das Wachstum der Population auswirkt\u00bb, sagt Yacqueline Montecinos von der Naturschutzorganisation WWF in Chile.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Hintergrundbelastung mit Unterwasserschall in den Meeren nach Einsch\u00e4tzung der Umweltschutzorganisation Nabu zum Teil verdoppelt bis verdreifacht. Bei geringerer Lautst\u00e4rke oder gr\u00f6\u00dferem Abstand zur L\u00e4rmquelle treten sogenannte Maskierungseffekte auf. Die Wahrnehmung der Schallsignale durch die Meeresbewohner wird von dem Hintergrundl\u00e4rm gest\u00f6rt. Bei h\u00f6herer Lautst\u00e4rke k\u00f6nnen sich die Tiere auch Verletzungen an den Geh\u00f6rg\u00e4ngen zuziehen oder im Extremfall sogar sterben.<\/p>\n<p>Wegen des zunehmenden Schiffsverkehrs auf den Weltmeeren kommt es auch immer wieder zu Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Schiffen und Walen. Die Internationale Walfangkommission hat zwischen 2007 und 2016 fast 1500 Kollisionen registriert. Die tats\u00e4chliche Zahl d\u00fcrfte aber weitaus h\u00f6her liegen, da viele Zusammenst\u00f6\u00dfe nicht bemerkt oder nicht gemeldet werden.<\/p>\n<p>\u00dcber ihre Blue Boat Initiative wollen das chilenische Umweltministerium und die Stiftung Meri die Wale nun besser vor Zusammenst\u00f6\u00dfen mit Schiffen und dem Unterwasserl\u00e4rm sch\u00fctzen. Bojen mit akustischen Sensoren orten die Wale in der Umgebung. Registrieren sie Meeress\u00e4uger, senden sie in Echtzeit ein Signal an die chilenische Marine, die wiederum Schiffe in der N\u00e4he warnt. Die Kapit\u00e4ne sollen dann die Geschwindigkeit drosseln oder die Fahrtrichtung \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die erste Boje wurde am Donnerstag zu Wasser gelassen. Sie tr\u00e4gt den Namen \u00abSuyai\u00bb, was in der Sprache der indigenen Mapuche Hoffnung bedeutet. Im Golf von Corcovado zwischen dem chilenischen Festland und der Insel Chilo\u00e9 leben neun verschiedene Wal-Arten. Vor allem f\u00fcr die Blauwale hat die Region eine gro\u00dfe Bedeutung: Zehn Prozent der weltweiten Population der gr\u00f6\u00dften Tiere der Welt kommen in den Golf, um dort nach Nahrung zu suchen und ihre Jungen aufzuziehen. Andererseits ist die \u00fcber 50 Kilometer breite Wasserstra\u00dfe aber auch stark befahren. Vor allem Schiffe der zahlreichen Lachsfarmen in der Region durchkreuzen den Golf.<\/p>\n<p>\u00abIn den n\u00e4chsten Monaten werden wir im Golf von Corcovado noch f\u00fcnf weitere Bojen platzieren. Langfristig wollen wir ein ganzes System an Bojen an der gesamten amerikanischen Pazifikk\u00fcste bis hoch nach Kanada installieren\u00bb, sagt die Direktorin der Meri-Stiftung, Sonia Espa\u00f1ol-Jim\u00e9nez.<\/p>\n<p>Die an der Universit\u00e4t von Barcelona entwickelten Bojen k\u00f6nnen auch Temperatur, ph-Wert, Salzgehalt sowie die S\u00e4ttigung des Wassers mit N\u00e4hrstoffen und Sauerstoff messen. Die Forscher versprechen sich von den Daten weitere Erkenntnisse \u00fcber die Ver\u00e4nderungen im Lebensraum der Wale. F\u00fcr die Wissenschaftler stellt der Schutz der Meeress\u00e4uger auch einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel dar.<\/p>\n<p>\u00abWale gelten als Ingenieure der Meere, die N\u00e4hrstoffe aufnehmen, verteilen und freisetzen, und damit zur Entstehung von Phytoplankton beitragen\u00bb, erkl\u00e4rt Espa\u00f1ol-Jim\u00e9nez. \u00abDiese Algen bauen \u00fcber die Photosynthese CO2 ab und produzieren einen Gro\u00dfteil des Sauerstoffs in der Atmosph\u00e4re.\u00bb Zudem binden Wale selbst gro\u00dfe Mengen an klimasch\u00e4dlichem CO2. \u00abDie Wale sind von gro\u00dfem Wert f\u00fcr den Planeten. Sch\u00e4tzungen zufolge bindet jedes Exemplar rund 33 Tonnen CO2. Das entspricht der Kapazit\u00e4t von 1000 B\u00e4umen\u00bb, sagt WWF-Expertin Montecinos.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wissenschaft_nt\/article241594839\/Bojen-sollen-Wale-vor-Kakophonie-unter-Wasser-schuetzen.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/www.welt.de\/newsticker\/dpa_nt\/infoline_nt\/wissenschaft_nt\/article241594839\/Bojen-sollen-Wale-vor-Kakophonie-unter-Wasser-schuetzen.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schiffe, Bagger, Sprengungen: Auch unter Wasser wird es immer lauter. 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